Barthold Heinrich Brockes 

(1680 - 1747)

 

Flammende Rose, Zierde der Erden, Glänzender Gärten bezaubernde Pracht!

Augen, die deine Vortrefflichkeit sehen, Müßen vor Anmut erstaunet, gestehen,

Dass dich ein göttlicher Finger gemacht.

Goethe, Johann Wolfgang von (1749-1832)

 

"Rosen, ihr blendenden,
Balsam verschwendenden,
Flatternde, schwebende,
Heimlich belebende
Zweiglein, beflügelnde
Knospen, entsiegelte
eilet zu blühen".

Chamisso, Adelbert von

(1781-1838)

Rose, Rose, Knospe gestern
Schliefst du noch in moos'ger Hülle,
Heute prangst in Schönheitsfülle
Du vor allen deinen Schwestern.
Träumtest du wohl über Nacht
Von den Wundern, die geschahen,
Von des holden Frühlings Nahen
Und des jungen Tages Pracht?

Wasser

Horst Rehmann

(1943)

Vom Quell stürzt du als Bach zu Tal,
willst das Flussbett schnell erlangen,
bist frisch und klar, hast keine Wahl,
musst irgendwie ins Meer gelangen.

Hast es sehr eilig, folgst deinem Ziel,
fließt durch Wälder und durch Auen,
verbringst auch Zeit mit Wellenspiel,
an dem sich Menschen oft erbauen.

Natur verschlingt dein köstlich Nass,
durch dich erwacht das neue Leben,
drum fließe ständig, ohne Unterlass,
dann wird´s die Welt auf ewig geben.

Goethe, Johann Wolfgang von (1749-1832)

 Ich ging im Walde
So für mich hin,
Und nichts zu suchen,
Das war mein Sinn.
Im Schatten sah ich
Ein Blümchen stehn,
Wie Sterne leuchtend,
Wie Äuglein schön.
Ich wollt es brechen,
Da sagt es fein:
Soll ich zum Welken
Gebrochen sein?
Ich grub's mit allen
Den Würzlein aus.
Zum Garten trug ich's
Am hübschen Haus.
Und pflanzt es wieder
Am stillen Ort;
Nun zweigt es immer
Und blüht so fort.